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BaltenZentrum München |
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Die Baltenzentrum Ltd. & Co. KG erwarb im September 2004 ein ehemaliges
Gaststättengebäude mit zahlreichen Wohnungen in den darüber liegenden
Stockwerken, daß künftig das Zentrum des baltischen Lebens in München
und Umgebung sein wird.
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| Ende einer 60-jährigen Herbergssuche |
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"Elisabethstraße 5/I" war die Adresse des ersten Münchner
Baltenzentrums inmitten einer fast völlig zustörten Stadt. Hier wirkte
Fräulein Marie Volck schon seit Vorkriegszeiten in ihrer engen, verwinkelten und
verkramten Wohnung. Hier trafen sich nach Kriegsende die Herren
George Baron v. Manteuffel, Ernst Graf v. Stackelberg, Justus Baron v. Stackelberg und
Georg v. Krusenstjern (mein Vater). Sie berieten, wie sie trotz des strengen
Versammlungsverbotes durch die amerikanische Militärregierung auf legalem Wege die
unzähligen baltischen Flüchtlinge in ihrer verzweifelten Not betreuen
könnten. Dann traf man 90 Betroffene in den notdürftig überdachten
Pschorrhallen und alles drängte sich um Krusentjern, der dabei war, eine Kartei der
nach Bayern verschlagenen Balten ins Leben zu rufen und damit auch eine Art Suchdienst
zu schaffen. So entstand ein "Baltenkomitee". Es wurden Kleiderspenden
verteilt, Rat und Hilfe jeder Art vermittelt. Eine Zentrale eben.
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1948 gründeten die baltischen Studenten die Fraternitas Dorpatensis zu München.
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1950 wurde legal die "Bundeslandsmannschaft" gegründet und somit
etablierte sich neben der wachsenden Kartei und dem "Hilfskomitee" auch das
Büro der "Deutschbaltischen Landsmannschaft in Bayern" (LAMA) in der
Elisabethstra&azlig;e.
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Die "Heimortskartei", inzwischen eine mit Bundesmitteln finanzierte
Zentralkartei für weltweit alle Balten, zog Anfang der Sechziger um. Neben der
für die Landsmannschaft und das Hilfskomitee (HIKO) noch bestehenden
Elisabethstraße gab es nun ein größeres neues Büro in der
Nymphenburger Straße 164.
1970 zogen LAMA und HIKO hinterher. So endete die Ära Elisabethstraße.
Fräulein Volck, die tragende Säule aller Aktionen, war wieder allein in ihrer
Wohnung.
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1974 war ein ganz großer Umzug angesagt: Die gesamte baltische Arbeitsgemeinschaft
siedelte in der die Dachauer Straße 189 um. Mehr Büroräume, mehr Platz
für die riesige Kartei (80.000 Karten!), die Sitzungen aller Gremien, die
sangesfrohen Feste und Geburtstage. Familiär und freundschaftlich war die
Arbeitsatmosphäre.
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Krusi ging in den Ruhestand, Frau v. Borbely übernahm die Karteileitung. Adam
Grünbaum war Landsmannschaftsvorsitzender und Johannes Hoheisel leitete das
Hilfskomitee. Ich das Vergnügen mit ihm zu arbeiten und die weihnachtlichen
"Kakaoschlachten" zu organisieren. Bis zu 400 Gäste strömten in den
Dom-Pedro-Saal und über 100 Kinder wurden beschert. - Im übrigen gab es von
1952 bis in die Achtziger gut florierende Jugendgruppen in München. Die
Präsenz bei all baltischen Veranstaltungen war obligatorisch, ebenso Mitwirkung
mit Gesang oder Instrumenten. Natürlich auch Freizeiten, Feste, Ausflüge.
Beliebt und gut besucht waren die landsmannschaftlichen Faschingsbälle im
Hansahaus.
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Als die Kartei 1981/82 nach Lübeck in die "Heimatortskartei Nordosteuropa"
integriert wurde, endete eine Epoche in München.
1986 wurde das Büro Dachauer Straße auch von HIKO und LAMA gerämt und
nun konzentrierte sich alles auf die Gunezrainerstraße. In einer ehemaligen
Garage, Auge in Auge mit dem C!Q!, richtete man zwei winzige Büros für eine
erheblich geschrumpfte Baltenarbeit ein. Das C!Q! wurde zum Versammlungsort für
Altenkaffees, Vorträge und Osterfeiern. Schließlich verlor man auch die
Mini-Büros und stapelte die Akten zu Hause. Die Arbeitsgemeinschaft zerbrach, eine
schwer nachvollziehbare Spaltung trennte LAMA und HIKO.
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Bis heute finden kleinere Veranstaltungen im C!Q! statt, die Kakaoschlacht im
Gemeindesaal von St. Matthias in Fürstenried. Bleibt also die starke Hoffnung auf
ein neues Baltenzentrum, eine neue baltische Arbeitsgemeinschaft im Sinne einer wieder
hergestellten Zusammenarbeit in harmonischem Miteinander und wie immer in gutem
Einvernehmen mit der FDM!
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Annelore Taube
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